Der Staat als Spion – wie weit darf Überwachung gehen?
Das Wichtigste in Kürze

Hier ist eine Auswahl der momentan besten Apps zur Handyüberwachung:. Nachdem die App auf dem Zielgerät installiert wurde, werden alle Aktivitäten aufgezeichnet. Die Gespräche werden mitgeschnitten und können jederzeit abgespielt werden. Per Fernsteuerung lassen sich Anwendungen und Webseiten blockieren.

Anrufe von unerwünschten Personen lassen sich auf einfache Weise unterbinden. Die Software ist für die Zielperson nur schwer aufspürbar — in den meisten Fällen merkt der Besitzer nicht, dass jemand seine Aktivitäten überwacht. SpyBubble ist bereits seit mehr als vier Jahren auf dem Markt.

Videoüberwachung

Ebenso wie mSpy ist SpyBubble praktisch unentdeckbar. Die aufgezeichneten Informationen werden in einer Cloud gespeichert und sind jederzeit abrufbar. Der User erhält ein gesichertes Online-Konto, in das er sich rund um die Uhr einloggen kann. Sie verfügt nach ihren Angaben über mehr Überwachungsfunktionen als jede andere App. Dies mag stimmen, doch im Vergleich zu Produkten von Mobotix erscheint der Funktionsumfang von SpyBubble eher begrenzt.

Wer diese weiss, kann den Aufenthaltsort seines Besitzers feststellen; in Grossstädten bis auf wenige hundert Meter genau, in ländlichen Gegenden bis auf einige Kilometer. Ob sich die Person dabei im gleichen Land oder gar auf dem gleichen Kontinent befindet, spielt keine Rolle — anhand der Handynummer kann man sie weltweit ausfindig machen. Was wie die paranoide Schilderung eines Datenschützers klingt, stammt tatsächlich aus den Werbeprospekten amerikanischen Software-Schmieden. Zahlreiche private Firmen für Überwachungstechnologie bieten mittlerweile Programme an, mit denen eine derartig Ortung von Privatpersonen anhand ihres Mobilgeräts möglich ist — weltweit, in Echtzeit und ohne das Einverständnis des Betroffenen.

Massiver Ausbau der Überwachung in der Schweiz [Medienkommentar] - 07.09.2017 - pregotulin.gq

Gemäss eigener Beschreibung ist Verint ein global führender Anbieter für Sicherheitsaufklärung und hat als Kunden mehr als 10 Organisationen in Ländern. Allerdings seien derartige Produkte autorisierten Regierungsbehörden vorenthalten und unterlägen der Schweizer Exportkontrolle, schreibt die Firma Neosoft auf ihrer Website. Wie ein derartiges Ausspionieren möglich ist, ist schnell erklärt: Grundlage für die Überwachungssoftware ist das sogenannte Signaling-System Number 7, kurz SS7.

Dabei handelt es sich um Telekommunikationsprotokolle, über die Telekommunikationsanbieter im In- und Ausland interagieren. Über die SS7-Netze tauschen die verschiedenen Netzbetreiber Informationen zu Textnachrichten, Telefonaten und mobilen Daten aus — und zum Aufenthaltsort des Handybesitzers, damit ihm die Nachrichten und Anrufe auch weitergeleitet werden können. Die SS7-Netze werden allerdings auch immer wieder von Betreibern von Überwachungssoftware ausgenutzt.

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Grundsätzlich gibt es dabei zwei Möglichkeiten, an Informationen über den Standort eines Nutzers zu gelangen. Dafür erhält er aus dem entsprechenden SS7-Netz den jeweiligen Standort des Besitzers übermittelt — allerdings nur sehr ungenau. Diese Methode eignet sich etwa, um zu erfahren, ob sich ein Nutzer im In- oder Ausland aufhält. Bei seinen Anfragen erhält es dann von SS7 detaillierte Informationen darüber, welche Funkantenne der Handybesitzer derzeit nutzt. Somit kann der Standpunkt einer Person in einer Stadt bis auf wenige hundert Meter ermittelt werden, in ländlichen Gebieten bis auf wenige Kilometer genau, da es dort weniger Funkmasten gibt.

Auch in der Schweiz sind derartige Vorfälle bekannt.


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Diese Angriffe zu blockieren, ist aber gar nicht so einfach. Swisscom etwa versucht, aktiv dagegen vorzugehen: Im erstgenannten Fall des HLR-Look-up beantworte Swisscom sämtliche Anfragen mit dem Standort Schweiz, sagt Roetz; der Anfragende erhalte also immer die Information, dass sich der Handybesitzer in der Schweiz aufhalte, selbst wenn dieser tatsächlich im Ausland sei.

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Die zweite Kategorie krimineller Angriffe ist hingegen schwieriger zu identifizieren. Swisscom überwache derartige Anfragen aktiv und blockiere sie spätestens nach einigen Minuten, heisst es von Unternehmensseite. Trotz derartigen Massnahmen ist es den Softwareprogrammen offensichtlich immer wieder möglich, Antworten auf ihre Anfragen zu erhalten. Dass Geheimdienste Personen anhand ihrer Handydaten überwachen, ist schon länger bekannt.

Dass es aber kommerzielle Programme gibt, welche eine Überwachung in diesem Ausmass und in dieser Einfachheit ermöglichen, ist neu und dem technologischen Fortschritten geschuldet. Dadurch wird Überwachung auch für technologisch weniger versierte Staaten möglich.

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Die britische Nichtregierungsorganisation setzt sich für Datenschutz in der digitalen Welt ein und untersucht die Weitergabe von Überwachungstechnologie aus Industrieländern an Regime in aller Welt. Derartige Software erlaube einer Regierung, Behörde oder auch der Polizei, die Kommunikation eines Bürgers ohne dessen Einverständnis zu kontrollieren, und könnte leicht zu weiteren Menschenrechtsverletzungen führen, sagt Kenneth Page, politischer Beauftragter bei PI.

Sicherheitsexperten seien sich auch einig, dass Hacker, kriminelle Banden oder mit Sanktionen belegte Staaten die Tracking-Technologie nutzen könnten. Somit wird es ausländischen Regierungen einerseits ermöglicht, umfangreiche Bewegungsprofile von Personen zu erstellen.

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Andererseits lässt sich die Software auch mit anderen Programmen kombinieren, mit denen man die Kommunikation der besagten Person überwachen oder Zugang zu deren Kontaktdaten erlangen kann. Auch Alarme lassen sich programmieren, die dann ausgelöst werden, wenn jemand ein zuvor festgelegtes Gebiet verlässt oder sich einer anderen überwachten Person nähert. Ähnlich wie Waffen dürften diese also nicht nach Belieben ins Ausland verkauft werden. Im eigenen Land stehe der Überwachung durch die Regierung in der Regel nichts entgegen, sagt Rosenthal.

Jeder Staat nehme für sich in Anspruch, auf seinem Territorium nach seinen Regeln Zugriff auf die Daten lokaler Telekommunikationsanbieter zu haben. Durch die internationale Vernetzung sei es aber auch möglich und kaum zu verhindern, Personen in anderen Ländern zu überwachen — auch wenn das dort meist verboten sei. Immerhin werden laut Rosenthal in Europa neue Vorschriften diskutiert, wonach private Unternehmen Zugriffsanfragen ausländischer Staaten offenlegen müssten. Dass private Technologiefirmen in diesen Markt drängen, ist ökonomisch durchaus plausibel.